Es ist bald Weihnachten und warum nicht auch einmal eine Geschichte wünschen. Es ist lange her, dass ich etwas geschrieben habe, aber ich will wieder anfangen und wieso nicht etwas Spaß in die Sache bringen und euch daran teilhaben lassen.
Es funktioniert folgendermaßen: Ich schreibe etwas. Den ersten Teil gibt es heute. Dann haben alle Leser die Möglichkeit den Fortgang der Geschichte zu bestimmen, indem sie eine von mehreren Möglichkeiten wählen. Und je nachdem, was die Mehrheit entscheidet, werde ich so weiter schreiben. Eine interaktive Geschichte also, die jedoch trotzdem nur von einem geschrieben wird. Capice?
Los gehts!
__________________
Gerendiell: Du hast es nicht so mit Rollenspiel, oder?
„Du hast meine Frau umgebracht. Du Hexe! Das wirst du mir büßen! Los ergreift sie!“ So schnell, wie die beiden Männer mich festhielten, konnte ich gar nicht wegrennen. Rechts und links wurden mir plötzlich die Arme auseinandergerissen, der Korb mit den frisch gesammelten Kräutern landete im Straßendreck und genauso schnell... klatsch! Ich hatte die Hand gar nicht kommen sehen, die in mein Gesicht schlug. Und noch einmal von der anderen Seite. „Du wirst im Gefängnis verrotten, du wirst die Hölle auf Erden erleben, du wirst...“
Zwischen den Beschimpfungen, den Schlägen und der Wut konnte sich zumindest ein verschwommenes Bild zusammensetzen. Brian McCullen. Vor ein paar Wochen hatte ich seine Frau Sarah behandelt, sie war schwanger gewesen, hatte Schmerzen. Ich hatte ihr eine milde, linderne Tinktur gemacht, die auch geholfen hatte, denn einige Zeit später war das Kind zur Welt gekommen. Auch dabei war ich gewesen. Seitdem hatte ich nichts mehr gehört, die McCullens wohnten auf der anderen Seite des Hügels.
„Was ist mit Sarah?“
„Tot und du bist Schuld!“
Wieder ein Schlag und so langsam brannte mir das Gesicht. Kräftige Arme hielten mich fest, zogen mich mit sich, ich hatte keine Chance. Wohin? Vermutlich in den Kerker. Wenn ein McCullen behauptete, ich hätte seine Frau getötet, dann hatte er Recht, da konnte ich als allein stehende Frau nichts gegen sagen. So sind eben die Gesetze in dieser Gegend. Ein weiterer Schlag, diesmal in denMagen und mir wurde schwarz vor den Augen.
Aber ich habe mich noch gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Elen Dunbar. Doch den Nachnamen habe ich längst abgelegt, man kennt mich nur als Elen. Oder Hexe Elen. Ich würde sagen, die Bezeichung Hexe ist recht zutreffend, zumindest, was man hier landläufig darunter versteht. Ich sammele Kräuter, ich rühre Tinkturen und Säfte zusammen, ich lebe draußen im Wald, ich bin allein stehend, ich arbeite als Hebamme und gelegentlich ruft man mich zu Kranken oder Verletzten. Eine Ärztin bin ich nicht, Ärzte müssen in der Großstadt studiert haben, alles was ich kann, habe ich von meiner Großmutter gelernt oder selbst ausprobiert. Großmutter war keine Hexe, denn sie hatte einen Ehemann und Kinder. Und lebte in einem großen Haus mit Angestellten. Niemand würde eine Lady der Hexerei bezichtigen, da hieß es, sie hätte heilende Hände. Wenn eine Frau im Wald heilende Hände hat, ist sie eine Hexe. So einfach ist das wohl.
Jetzt allerdings war das Ganze nicht so einfach. Denn ich war halb bewusstlos auf dem Weg in den Kerker. Da wir auf dem Land der Kincaids waren, vermutlich in den Kerker von Schloss Kincaid. Keine sonderlich beruhigende Vorstellung, wenn ich an die Verletzten dachte, die ich behandeln durfte, nachdem sie aus diesem Kerker entlassen worden waren. Und die Arbeit der letzten Wochen war auch vernichtet. Ich hatte Kräuter gesammelt, Tinkturen gerührt und Säfte gebraut. Heute war Markttag und ich hatte vor, diese Dinge zu verkaufen. Doch die unüberhörbaren Geräusche von der Stelle, an der ich bis vorhin noch gestanden hatte, verrieten mir blinde Zerstörungswut. Dabei hätte ich das Geld sehr gut gebrauchen können.
„Lasst mich los, ich kann das erklären!“
Ja, wahrscheinlich eine wunderbare Idee, einem hasserfüllten Witwer, der nach einem Schuldigen sucht, zu erklären, er hätte seine Frau schonen müssen. Aber, er wollte sowieso keine Erklärung hören.
„Mund halten!“
Und weiter ging die Schlittenfahrt meiner Fußsohlen über den Grasboden, denn die beiden, die meine Arme hielten, schleiften mich eher mit, als dass ich laufen konnte.
„Bitte!“ „Ruhe!“ Keine Chance!
Mit dem Rücken zur Lauf- oder besser Schleifrichtung konnte ich nicht sehen, wieso plötzlich gestoppt wurde. Nur McCullens Stimme konnte ich ausmachen: „He, kümmer dich um deinen eigenen Kram!“
Möglichkeiten:
1. Blind nach Hilfe rufen in der Hoffnung, da ist jemand, der mir helfen könnte.
2. Nichts sagen und hoffen, dass sich alles bei einer Gerichtsverhandlung im Kerker auflöst.
3. Die Kerle versuchen niederzuschlagen, da diese im Moment abgelenkt sind, und dann zu fliehen versuchen!
__________________
Gerendiell: Du hast es nicht so mit Rollenspiel, oder?
Herrlich, gefällt mir wirklich gut mal etwas von Hexenverfolgung zu lesen, außerdem mag ich deinen Schreibstil.
Ich finde Elen hat einen schönen Charakter, sie scheint genauso wie ich mir eine richtige
Frau bei der Hexenverfolgung vorstellen würde!
Hmmm... ich würde die erste Möglichkeit wählen, weil ich genau das Selbe in so einer Situation machen würde
Hmm .. Möglichkeit 1 oder Möglichkeit 2. Aber ich sage mal Möglichkeit 2, da ich vermute, dass wir dann ein schönes Feuerchen erleben werden.
__________________
Roemer hat in seiner/ihrer Jugend keine Erziehung genossen, 3.5% von dem was er/sie sagte waren Schimpfworte!
Seadina war 0.9% der Zeit unartig (Ob da der Weihnachtsmann noch kommt?)
hey, das ist mal eine gute Idee, da mach ich gleich mit.
Ich finde zwar, dass 3 sehr verlockend klingt, ich entscheide mich aber trotzdem für 2.
In meinen AUgen ist 2 auch das realistischste, immerhin ist das keine Situation, in der man viel Möglichkeit hat, logisch zu denken. Wahrscheinlich ist Elen in Gedanken viel zu sehr auf ihr aktuelles Problem fixiert, um sich Gedanken über den plötzlichen Stopp zu machen.
Lange Rede, kurzer Sinn: 2