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Das Boar's Head Inn Erzählungen, Poesie, Abhandlungen

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Alt 07.06.2006, 02:53   #1 (Permalink)
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Standard Ein Dieb unterwegs in Thalheim (Teil 2)

„sag mal kennst du den dort drüben?“
„nee, noch nie gesehen. Bestimmt einer von der Reisegruppe gestern.“
„meinst du wir sollten ihn mal ein wenig... einweisen wie es hier zugeht?“
„klasse Idee. HEE, Ja du da komm mal her du!“

Ein wenig verwundert wirkt der junge Halbelf als ihn die beiden fremden Gestalten zu sich zu winken scheinen. Er mag ja noch weit davon entfernt sein was man als einen Erwachsenen bezeichnen könnte, aber dass diese beiden Kerle nicht gerade vertrauenserweckend schienen dafür brauchte man keine fundierte Lebenserfahrung soviel war sicher. Kurz zuckt der Jüngling mit seinen Schultern ehe er seiner naiven Ader nach zu geben scheint. Er war neu in der Stadt und würde er vor jeder Möglichkeit Kontakte zu knüpfen davon laufen würde er sich sicherlich reichlich schwer tun sich hier fest zu setzen.
„Sag mal Kurzer, du bist doch bestimmt mit dieser Reisegruppe gestern gekommen oder? Es ist nämlich so dass wir beide die arrangierten Führer sind die euch zu dem Wirtshaus bringen sollen wo ihr euch heute trifft.“
Kurz nur schüttelt der Halbelf seinen Kopf wobei einige der langen Haarsträhnen in sein Gesicht fallen und seine Nase so weit reizen dass er um ein kurzes Niesen nicht mehr herum kommt.
„Ramius möge Gesundheit wünschen.“ meint der zweite der Kerle grinsend. Keiner von beiden macht einen sonderlich guten Eindruck. Die Kleidung besteht im Grunde nur aus zusammen geflickten Lumpen und sie sehen aus als hätten sie das letzte Bad vor mindestens zwei Monden erlebt.
„Führer also? Nun dann führt mich mal wenn ihr die Güte hättet.“ Antwortet der junge Knabe mit einem koketten Grinsen auf den Lippen während er den Spitzhut des größeren ins Auge fasst. War wohl das einzige was der Gute an erwähnenswerten Besitz zu verbuchen hatte.
„Ja komm mit, direkt da lang.“ deutet der kleinere dem Halbelfen während er ihn schon regelrecht in die dunkle Gasse drängt. „ist eine Abkürzung.“ fügt der größere hinzu und sein fast zahnloses Grinsen passt sich dem seines Kumpanen an. So gedrängt geht der kleine Halbelf voran da ihm ohnehin keine Wahl zu bleiben scheint. Es ist noch früh am Morgen und eigentlich wundert er sich ja schon warum man zu solcher Stunde schon eine Gaststätte aufsuchen sollte. Ein kurzes Kopfschütteln und wieder dieses kokette Grinsen vertreiben den Gedanken und animieren ihn hurtig einige Schritte vor zu machen bis in den verwinkelten und schattigen Bereich der Gasse.
Die beiden folgen nachdem sie sich mit einem kurzen Nicken das vereinbarte Zeichen geben. Aussenstehende würden die folgenden Worte wohl nur bruchstückhaft und gemurmelt mitbekommen. Das nächste was zu hören ist sind merklich lautere Geräusche, klingen so als würde man mit etwas hartes auf nachgiebiges Material einprügeln.
Alles geht sehr schnell und schon nach wenigen Augenblicken und ein zwei überraschten Schreien herrscht eine regelrecht unheimliche Stille in dieser Gasse. Jene Stille wird jedoch jäh durch Schritte unterbrochen welche den Weg zurück zu nehmen scheinen.
Zurück aus dem Dunkel der Gasse kehrt der junge Halbelf. Ein blaues Auge wie es scheint, den hölzernen Deckel eines Fasses in der rechten Hand, einem schelmisch vergnügten Grinsen auf den Lippen und dem Spitzhut des großen Kerls schief sitzend auf dem Kopf.
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Alt 07.06.2006, 22:18   #2 (Permalink)
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Es ist mal wieder eines dieser typischen sommerlichen Gewitter. Eben war der Himmel noch strahlend blau und plötzlich ziehen sich dunkle Wolken den Horizont entlang. Nur wenig später geht ein wahrer Prassregen auf die Erde nieder und durchnässt binnen weniger Minuten alles unter sich. Jene Blätter die der Regen noch nicht zu schwer gemacht hat tanzen wild im auftretenden Sturm der das Wasser, die Blätter und noch viel mehr wild umher peitschen lässt. Ein ekelhaftes Wetter bei dem die wenigen Händler schnellstens ihre Stände schließen um die Waren einpacken und sich wie alle anderen einen Unterstand suchen zu können.
Es ist Nachmittag und das eben noch rege Tagestreiben scheint von dem herrschenden Gewitter jäh unterbrochen. Beinahe leer wirken die Straßen während jene die nicht so viel Glück hatte dich an die Hauswände gepresst unter einigen Vordächern stehen um zumindest einen schwachen Schutz vor dem Regen zu wissen. Immer wieder kracht lautstark ein Blitz unmittelbar gefolgt von einem gällenden Donnerschlag.
Manch einer murmelt bereits unter vorgehaltener Hand dass man die Götter erzürnt habe und dieses Unwetter als Vergeltungsakt sicherlich die Stadt niederbrennen solle. Ein paar ganz wagemutige rennen quer über den Platz gejagt von einem Händler nachdem sie meinten die Gunst der Stunde nutzen zu können um einen Stand um etwas Obst zu erleichtern. Die Flüche die bei dieser Treibjagd über das glatte Kopfsteinpflaster ausgestoßen werden gehen hoffnungslos im Prassen des Regens und dem ununterbrochenen Donnergrollen unter.

Langsam zieht der junge Halbelf seine Hand wieder zurück nachdem er sich zu vergewissern schien dass der Regen auch wirklich nass zu sein schien. Offenbar gelangweilt sitzt er auf dem Fenstersims des kleinen Fensters welches der Kammer die er sich im ersten Stock der Gaststätte gemietet hat Licht spendet. Kurz wischt er sich dabei herzhaft gähnend die Hand am Hemd ab ehe er den Blick wieder auf den Platz richtet und gelangweilt mit dem Dolch unter einem seiner Fingernägel puhlt.

Klar, jetzt wäre eine gute Stunde um einen Diebeszug zu starten. Viele ablenkende Geräusche, nur wenige Leute unterwegs die einen beachten könnten.
Ein leiser Seufzer erinnert ihn aber auch sogleich an ein wichtiges Kriterium nicht nach draußen zu gehen. Es ist dann doch ein wenig zu nass und eigentlich hat er ja auch keine Lust den restlichen Tag in nasser Kleidung verbringen zu müssen. Mehr als das schmutzige Hemd, die Hose aus Hirschleder, seinen Stiefeln und einem großen Umhang besitzt er ja nicht mehr. Ein immerhin etwas praller Beutel aus Leder hängt an seinem Gurt. Alles was er noch besaß und entbehren konnte hat er heute morgen noch in bare Münze getauscht. Neun Silberlinge und Fünf Kupfer. Lachhaft wenig aber es reicht immerhin um sich für eine weitere Sorge ein Dach über dem Kopf und eine Mahlzeit am Tag zu gönnen. Dieser Wirt, wie hieß er doch gleich? Cedrik?
Cedrik war alles nur kein Wirt wie man ihn sich wünschen konnte. Entweder war er viel zu beschäftigt als dass er dich beachten wollte oder er mochte dich einfach nicht. Und dieser Barde, dieser Seth so nannte er sich. Sein Name ebenso schräg wie die Melodien die er anstimmte. Warum warst du nur mit dem Gehör deines Vaters gestraft worden? Jeder Mensch hätte sicherlich nicht ansatzweise unter den Tönen gelitten die dieser selbsternannte Barde Abend um Abend zum besten gab. Und dann war da noch Violet. Ein schickes Ding. Anmutig und definitiv das Glanzstück dieser Spelunke. Im Gegensatz zu Cedrik offenbar immer guter Dinge und deinen Flirtversuchen scheinbar nicht unbedingt abgeneigt. Ja und dann dürfte sie noch etwa in deinem Alter sein.
Wie schön musste doch die Liebe sein denkt sich der Knabe ehe er verschmitzt schmunzelnd seufzt. Er weiß selbst ganz genau dass er sich Illusionen macht und dieses Mädchen vermutlich nur so nett zu ihm ist damit er bei der bezahlung noch ein wenig drauf legt um ihr Lächeln dafür zu ernten. Aber das war es eindeutig wert und sorgte jedes Mal dafür dass der Halbelf für einige Augenblicke lang alles um sich herum vergessen konnte.
Gegenwart war Gegenwart, Vergangenheit Vergangenheit und deine Geldsorgen wuchsen wenngleich es ihm in dem Augenblick stets egal war. Vielleicht würde er ja auf seinem ersten Diebeszug eine schöne Kette oder Brosche finden die er ihr schenken konnte. Sagte man nicht dass man Frauen mit edlen Geschmeiden für sich gewinnen konnte? Was ihm der Händler für seine Habe gegeben hatte festigte die Meinung dass er für solch edle Hehlerware ohnehin keinen angemessenen Preis bekommen würde. Sofern es sich also einrichten würde könnte er vielleicht schon bald mehr als nur ein warmes Lächeln entgegen nehmen. Ein Kuss. Ja ein Kuss auf die Wange und wenn er Glück hatte sogar auf seine Lippen. Schnell rutscht der Halbelf von dem Fenstersims, schließt jenes Fenster und marschiert zu dem kleinen Tisch neben der Schlafkoje. Ebenso hastig legt er sich den Erdfarbenen Umhang über die Schultern und setzt sich den Spitzhut auf. Jetzt hat er er jene Motivation die ihm fehlte um bei diesem Wetter auf Diebestour zu gehen gefunden.
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Alt 08.06.2006, 17:30   #3 (Permalink)
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Hmm...sehr schön, Engelchen.
Und so schnell. Und sogar mal viel .
Was mir hier besonders gefällt? Das ist der Halbelf, wie er heut' immer noch manchmal ist. Verspielt und ganz oft nicht allzu ernst zu nehmen .
*mir das antreiben aus persönlichen gründen diesmal doch besser verkneif*
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Es ist schon immer eine gefährliche Unterschätzung des Bösen gewesen, ihm zu unterstellen, es kenne keine Liebe


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Alt 09.06.2006, 01:28   #4 (Permalink)
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Glücklich sieht er aus der junge Wicht der da eben von der Dame Violet gedrückt wurde. Nein einen Kuss hat er nicht bekommen für das Diadem welches er eben unter seinem Umhang hervor gezogen hat um es ihr zu schenken. Sie hat ihn eiskalt mit einer kurzen Umarmung und irgendwelchen gehauchten Worten abgespeißt die wohl nur die beiden verstanden haben. Entweder ist der Gute reichlich naiv oder leicht zufrieden zu stellen so vergnügt wie er drein blickt und auch schon lautstark sein zweites Ale bestellt hat. Hat man ihm etwa einlass in die Kammer des charmanten Mädels versprochen oder eine Liebesbekundung? Was es auch ist das er da eben gehört hat, seine Laune und Spendierfreudigkeit scheint gut daran getan zu haben. Uns soll es ja recht sein. Hoch die Krüge, danken wir dem Knirps die Freirunde mit einem Lautstarken Trinkspruch auch wenn dieser ihn gar nicht mit zu bekommen scheint so verträumt wie der arme Tohr Violet nachblickt.
Schmunzelt geht ein etwas älter wirkender Zwerg an dem Halbelfen vorbei um ihm mit einem Schulterklopfen für den freien Alkohol zu danken.
Weissu Jungchen da sagen immer Spitzohren wären die Arroganz in Perschon aba du bis ein klasse Elf wollt ich dir nurma sagen.“ spricht dieser bereits beschwippst nachdem er die Hand wieder von der schmalen Schulter genommen hat. Im ersten Augenblick wohl ungläubig starren die beiden Augen des angesprochenen Halbelfen den Zwerg an ehe er wutentbrannt aufspringt und jenen in Grund und Boden brüllt er solle es nur ja nicht wagen ihn auch nur noch ein einziges Mal als Elf zu beschimpfen. Ein skurriles Bild, ist der klein geratene Langfinger doch nur ein Stück größer als der Zwerg welchen er gerade anbrüllt. Obendrein ist der schlanke und nicht all zu gut gebraute Halbelf nicht ansatzweise so imposant in der Statur und Kleidung wie jener Zwerg der ihn anstarrt als hätte man ihm gerade erklärt dass es in der Stadt keinen Alkohol mehr gäbe.
is ja jut is ja jut.“ murrt der Zwerg der sich verständlicher Weise gegen das Schienbein getreten fühlt und überaschend vernünftig das Entfernen der Auseinandersetzung vorzuziehen scheint. „Spitzohren, alle gleich...“ schimpft er vor sich hin während er wieder zu seinem Tisch und seinen Leuten geht wo immerhin ein noch halb gefüllter Krug mit Bier auf ihn wartet der eindeutig Vorrang vor so einem vorlauten Spitzohr hatte wie jenem das da nahe der Treppe alleine am Tisch sitzt. Eben jener als Spitzohr titulierter Halbelf scheint seit dem ungewollten Ausrutscher kein Bedürfnis mehr zu haben sich länger das Treiben im Erdgeschoss anzutun. Schnell ist der Krug geleert und das Geld dafür auf den Tisch gelegt ehe er sich erhebt. Ein leises Scheppern begleitet ihn während er einen kleinen Sack aus Leinen die Treppe hoch schleift. Er sieht zwar nach außen danach aus aber da sind gewiss keine Kartoffeln mehr drinnen. Die scheppern schließlich nicht wie Metall wenn man sie trägt.
Nachdem das Scheppern im Treiben der Taverne verklungen ist dauert es eine Weile bis man kurz aber deutlich hört wie im Obergeschoss eine Türe zugeschlagen wird. Innerlich vor Wut kocht er während der Halbelf den kleinen Sack mit einem Fuß unter das Bett schiebt und währenddessen den Knoten seines Umhangs löst um diesen wutentbrannt auf den Stuhl am Tisch zu schleudern. Weder macht er sich die Mühe die Stiefel auszuziehen, noch eine Kerze zu entzünden. Stockdunkel bleibt der Raum nachdem der Knabe sich auf das mit Stroh gefüllte Bettzeug geworfen hat um dort die Arme zu verschränken und im Dunkel der Nacht die Zimmerdecke anzustarren bis ihn dann doch noch irgendwann tief in der Nacht Gevatter Schlaf in sein Reich einkehren lässt.
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Alt 09.06.2006, 15:12   #5 (Permalink)
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„Bei Phex, kann dieses Wetter denn nicht einmal normal sein?“
Gegen den starken Herbstwind ankämpfend zeigt der Halbelf merkliche Probleme dabei zu haben seinen Umhang bei sich zu behalten dessen Ende offen im Wind flattert und sich sicherlich bald lösen würde wenn man ihn nicht weiterhin festhalten würde.
Es ist zwar erst früher Vormittag doch der Marktag wurde scheinbar abgebrochen wenn man sich den großen Platz so ansieht. Die wenigen Händler die dem Wetter zum Trotze ihren Stand aufgebaut und ihre Ware aufgebarrt haben kämpfen augenblicklich mit dem Problem die Ware auch bei ihrem Stand zu behalten. Kaum vorwärts kommt man wenn man gegen den wind zu marschieren gezwungen ist. Andererseits sieht man jene die den Wind im Rücken haben regelmäßig den Halt verlierend.
Warum wagt man sich eigentlich bei solchen Witterungsbedingungen aus den schützenden vier Wänden?
Drei Monde sind etwa vergangen seit Spark seine Reise beendet und Thalheim erreicht hatte. Ein Bündel mit wenig Habe die schon am nächsten Morgen in bare Münze getauscht wurde um ein Zimmer in der Taverne zu sichern war alles was er sein Eigen nennen konnte. Mehrere kleinere Diebstähle und auch zwei Einbrüche brachten ihm gutes Gold ein. Hehlerware war auch hier gefragt vor allem wenn es sich um das handelte was der Kunde begehrte.
Viel Gold war es zwar nie aber zum Leben hatte es immer gereicht und mit der Zeit sammelte sich doch eine kleinere Summe. Eben jenen Überschuss trägt der Halbelf in einem Lederbeutel unter seinem Umhang mit sich. Eine feste Behausung hat man ihm versprochen. Viele Reparaturen wären angeblich notwendig aber es sei noch bewohnbar und könne direkt gekauft werden. Und angeblich müsste man einen ungewollten Untermieter loswerden der sich vor einiger Zeit unerlaubt dort eingenistet hatte.
Ob reparaturbedürftig oder nicht ist dem Halbelfen egal. Halbwegs trocken und Windgeschützt sollte es sein dann kann ihm der Rest herzlich egal sein. Und zu letzteren Problem würde sich sicherlich auch etwas finden und wenn er jenen Störenfried einfach bei der Stadtwache anschwärzen würde.
Ausgemacht war dass er sich das Haus erst ansah und zwei Tage Zeit hatte sich zu entscheiden ob er dem Kauf zustimmen würde. „Turmstraße...“ ließt er langsam auf dem Hölzernen Schilt das an der Hauswand hängt. Eine verschnörkelte Schrift, keine die ihm bekannt ist und entsprechend schwer hat er sich getan das Wort entziffern zu können. Das musste also die Gasse sein. Sechste Haus auf der linken Seite hatte der Mann gesagt. In der Biegung der Gasse kann man es bereits sehen und zumindest nach außen hin wirkt es fast wie jedes andere Haus in dieser Gasse. Unauffällig und nicht sonderlich teuer also. Schien ja wie für den jungen Langfinger geschaffen zu sein.
In der Gasse ging der Wind weit weniger intensiv was den Fußmarsch deutlich vereinfachte und auch beschleunigte. Knarrzend öffnet sich die Türe zu der Hütte und fast möchte man meinen der Spalt in der Türe wäre das einzige was Licht in den Raum lässt. Naserümpfend tritt der Elf ein. Zwar ist er nicht begeistert von dem Geruch der an morsches weil feuchtes Holz erinnert aber das war weniger wichtig. Doch noch ehe er den Gedanken zu ende führen kann taumelt er mit einem erschrockenen Laut zwei Schritte von der Türe weg um unsanft auf seinem Gesäß zu landen. Nein das war keine Einbildung. Da lugt von oben her ein Echsenkopf durch die offene Türe.
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Alt 10.06.2006, 23:18   #6 (Permalink)
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Nach diesen Teilen kam mir Spark wirklich mehr wie ein junger Halbelf vor, mehr jedenfalls, als nach den letzten anderen... Überhaupt diese Grenze zwischen dem Damals und Heute wird mir so bewusster, der Unterschied, welcher zumindest in meinen Vorstellungen herrschte...
Jedenfalls, es hatte was, als er mit dem Spitzhut wieder aus der Gasse kam ^^ ... Oder das mit dem Zwerg und so, war auch nett... Ahja, wegen genau dieser Szene fiel mir dann im letzten Abschnitt der neusten Fortsetzung auf, dass du einmal Elf geschrieben hast *schmunzel* ...
Freut mich auch, dass es dieses Mal so viel zu lesen gab, daher versuche ich mal wieder etwas geduldiger auf das nächste Mal zu warten, was wohl ein Weilchen dauern könnte, ist doch immer so, dann wenn's noch etwas spannender wird, wird der Leser für einige Zeit auf die Folter gespannt...
Ich will wissen, was es mit dem Echsenkopf da, vor allem mit der Echse und so auf sich hat ;.; ...
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Alt 11.06.2006, 06:33   #7 (Permalink)
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Das Elf an der einen Stelle war schon gewollt so geschrieben. Irgendwie fand ich es in dem Augenblick blöd immer nur Halbelf zu schreiben. Die meisten nicht-Elfen verallgemeinern schließlich auch gerne und mir fiel einfach kein anderes Wort ein das ich anstelle von Halbelf verwenden konnte.
Leider muss ich dich enttäuschen. So schnell lass ich euch nicht in Ruhe ausharren. (Bin jetzt eh schon im Verzug. Wollte doch eigendlich noch vor Mitternacht mim Schreiben anfangen und nicht erst kurz vor fünf)

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Nanu, was bist du denn für einer?“ schnarrt die Echse mit krächziger Stimme. Ein Wunder dass das Vieh überhaupt sprach. Eine Echse von solcher Größe, zumindest was den Kopf betraf hatte der Halbelf noch nie gesehen. Eine die Sprechen konnte schon zweimal nicht. Dass diese dann noch eine ihm verständliche Sprache benutzte war wohl nicht mehr wirklich verwunderlich.
Sag schon was bist du für einer? Lange Ohren, hab ich doch schon mal wo gesehen.“ bohrt der Echsenkopf der da hinter der Türe an der Decke zu hängen scheint nach. „Spitzohren nennen euch die anderen Zweibeiner doch wenn ich nicht irre? Bist du ein Spitzohr? Die Ohren hast du ja zumindest.“ redet der Fremdling ungestört in seiner zischenden Stimme weiter als würde er gar keine Antworten hören wollen und nur aus Freude an der Sache vor sich hin reden.
Verwirrt von den vielen Fragen auf einmal und der Situation ignoriert der Elf den Umstand dass der Sturm mittlerweile so ziemlich jedes Haar einmal durch sein Gesicht wehen hat lassen. Wie sollte er denn reagieren? Man hatte ihm beigebracht zu lesen wenn auch nicht perfekt, man lehrte ihn rechnen. Im Kampf mit Dolch und Schwert wurde er geschult. Vor allem seine Fingerfertigkeiten hatte man ihn über Jahre trainieren lassen. Letzten Endes war das auch einer der Gründe war er heute ein Musikinstrument spielte. Das lesen von Karten, Ortskunde und in geringen Maße Handelsgeschick hatte er gelernt. Warum konnte bei den vielen Dingen die er gelehrt bekommen hatte nicht erklärt werden wie man sich verhielt wenn man einer fremden Rasse erstmals gegenüber stand, oder besser saß?
Ich bin...“ Gerade hat sich der Knabe dazu durch gerungen etwas zu sagen da wird er auch schon wieder jäh unterbrochen. „Also woher kommst du denn jetzt? Hab dich hier ja noch nie gesehen. Ach stimmt ja, komm hier ja kaum heraus hehe.“ quasselt die Echse wieder weiter mit einem Redefluss als wäre er ein Wasserfall bestehend aus Worten. „Bist ja noch ein ganz junger. Sagt man schon Erwachsener zu dir? Bin übrigens erwachsen. Meine Ziehmama hat immer gesagt ich wär schon ein ganz erwachsener Echserich und sie sei stolz auf mich. Ist deine Mama auch stolz auf dich?“ Mit jedem neuen Satz weiten sich die Augen Sparks weiter. Konnte dieser Kopf denn nicht einmal fünf Sekunden die Klappe, Schnabel oder wie auch immer man das nennen sollte halten? Oder zumindest ein wenig langsamer sprechen? Diese Laute gepaart mit dem Redefluss waren wirklich nicht gerade leicht zu verstehen
Jetzt ist es aber mal langsam gut. Rede ja schon mehr als du.“ stellt der Kopf jetzt schon selbst fest ehe er mit einem Grinsen Reihen spitzer Zähne entblößt.
Lass dir einfallen mich zu fressen und du kannst deine Zähne zukünftig im Beutel spazieren...“ Die Drohung noch nicht beendet muss der Halbelf stutzen. Spazieren tragen, konnte dieser Kopf das eigentlich? Konnte ein Kopf alleine spazieren „Bist du der Typ der hier angeblich Probleme machen wollte weil er nicht ausziehen möchte?“ Wieder grinst der Kopf „Man hat dir von mir also erzählt? Bestimmt wieder alles erstunken und erlogen. Menschenfresser. Pah, ganz ein netter bin ich du wirst schon sehen. Sag mal, was willst du eigentlich hier? Das Haus ist doch bis auf mich unbewohnt und von mir will nie jemand was.“
Bei dieser Vorliebe andere ungefragt in Grund und Boden zu reden fragt sich der Halbelf keine Sekunde warum andere diesen Kopf wohl meiden würden. „Hier einziehen.“ antwortet er so trocken auf die einzige entgegen gebrachte Frage. „Das Haus gehört jedenfalls jetzt mir.“ antwortet er lauter damit man ihn im Wind verstehen kann. „oder wird es demnächst...“ murmelt er kaum zu verstehen.
Ui, ein Mitbewohner? Das ist ja toll. Dann habe ich ja endlich jemanden mit dem ich mich Unterhalten kann.“ reagiert die Echse prompt, scheinbar erfreut über die Nachricht dass das Haus einen neuen Besitzer bekommen wird. „Die einzigen mit denen man hier reden kann sind die dicken Spinnen im Gebälk und das vielbeinige Krabbelgetier in jeder Ecke. Und die sind nicht gerade gesprächig. Lohnen sich mehr um sich den Bauch voll zu schlagen. Echt lecker muss ich dir sagen. Die Kakerlake von heut morgen sah lecker aus. Werd ich nachher mal direkt sehen ob sie so lecker wie fett ist.“ Mühsam rappelt sich der Halbelf wieder auf was durch den nach wie vor herrschenden Sturm nicht gerade einfach zu sein scheint. „Mitbewohner?“ erkundigt er sich auch sogleich ungläubig bei dem Kopf. Meinte dieser Kopf etwa hier weiter zu wohnen obwohl er einziehen wollte? „Wer in Phex Namen bist du eigentlich du... Kopf?“
Abermals wird dem Kopf ein Grinsen entlockt ehe dieser sich fallen lässt. Ein dumpfer Laut entsteht als sich die Gestalt die sich hinter dem Kopf befindet auf dem Boden landet und sich sogleich von allen Vieren auf die Hinterbeine aufrichtet. Eine Echse, der Stimme und auch wenn der Halbelf es nicht bezeugen könnte scheinbar männlich. Nicht sonderlich groß aus der Sicht eines Menschen. Jeder Artgenosse wäre vermutlich beim Anblick der Gestalt vor Neid erblasst. Immerhin dürfte sie dem Halbelfen dann doch bis an die Brust reichen. Leider kann dieser nur schätzen da das Tier wenn man es denn Tier nennen durfte in gebeugter Haltung da steht. Spitze Krallen an den Pfoten, drei an der Zahl um genau zu sein. Der Oberkörper von einem zerlumpten Hemd bedeckt das mehr Schmutz als ein ganzes Müllfaß aufzuweisen scheint und ansonsten nur ein langer Schwanz der unruhig hin und her wippt.

Die Menschen nennen mich übrigens Lightbringer wegen meiner strahlenden Zähne sagte man mir mal.“ erzählt eben jene Echse fröhlich weiter während sie den Halbel vor sich weiter mustert. „Aber kannst mich gern Lighti nennen. Ist kürzer und gefällt mir irgendwie auch besser.“ meint diese sehr vergnügt. „Freu mich wirklich dich kennen zu lernen. Ähm wie war gleich dein Name?“
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*schmunzel* Irgendwie dachte ich mir schon beides... Wobei's mich natürlich freut, dass wir wieder was zum Weiterlesen haben ^^ ... Weniger freut mich diese Echse... Also, so viel wie die redet oO ... Mitbewohner... Wenn die wirklich bleibt, so nach dem, was man bisher über sie weiß, dann tut mir Spark ziemlich Leid... Naja, mal schauen, was da noch draus wird...
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(ich sollte mich echt mal auf einen Schreibstil festlegen...)



Die folgenden Wochen boten den Bewohnern der Stadt ein Bildnis welches an skurilität nur von wenigen Ereignissen hätte übertroffen werden können. In dieser Region hatte man zwar schon so manches gesehen: Drachen die offen auf einer Straße dösten, Zwerge die zusammen mit Elfen und Trollen rund um das Lagerfeuer des Platzes saßen und gemeinsam Trinklieder sangen, selbst Paladine hatte man schon dabei beobachtet wie sie diese Schankmaid Violet um den Finger zu wickeln versuchten.
Doch Ein gut einmeterfünzig großer Echserich gekleidet in ein Kettenhemd der durch die Bäume turnte meist gefolgt von einem fast noch kindlichen Halbelfen mit langer Mähne war ein Bild welches bei vielen die die beiden sahen Kopfschütteln oder erheitertes Grinsen auslösten.
In der Tat, sonderbar war dieser Anblick, solange das Wetter noch gut war allerdings kein all zu seltener. Allgemein schien Lightbringer, so bestand der Echserich darauf genannt zu werden einen recht ungewöhnlichen Einfluss auf den jungen Halbelfen. Dieser zeigte in den vergangenen Wochen in denen er und Lightbringer welchen er stets Lighti zu titulieren pflegte wenngleich es diesem dabei regelmäßig die Schuppen aufstellte angesichts der Verunstaltung seines klangvollen Namens. Selbst die Leidenschaft für das musizieren weckte der über alle Maßen lebensfrohe doch von den anderen Bürgern skeptisch beäugte Echserich in Spark. Dieser besaß zwar schon seit geraumer Zeit eine Laute und hatte auch gelernt sie zu spielen, es auch von sich aus zu tun war jedoch ähnlich häufig zu erleben wie man Trolle in einem Korsett erblickt. Doch noch keine Woche zusammen mit Lighty unter einem Dach und schon sah man den Elfen häufig des Abends auf dem Platze mit anderen rund um das Lagerfeuer sitzen und die Lieder fröhlich mit seiner Laute begleiten. Hätte man ihn noch kurz zuvor kennen gelernt, man wäre von diesem Wechsel in so kurzer Zeit mehr als nur überrascht.
Glücklich schien er. Der sonst so zurückgezogene, verschwiegene und egoistische Knabe hatte gelernt mit anderen klar zu kommen, sich mit ihnen zu amüsieren und ihnen erst dann ihre Habe aus dem Haus zu klauen.
Doch auch diese Zeit sollte ein Ende finden. Der Winter brach herein. Ein Winter wie er seit Jahrzehnten nicht überliefert wurde. Hoch lag der Schnee, durch die Gassen peitschte ein eisiger Wind und nur wer unbedingt musste wagte sich noch aus dem Haus.
Lighty den Spark in dessen Bruchbude hausen ließ frönte dem was Reptilien ob Groß oder Klein nun mal taten. Er hielt Winterschlaf, versuchte es jedenfalls. Lang hatte er das Haus einfach besetzt und erfolgreich jene vertrieben die es doch für sich beanspruchen wollten. Spark war nun aber da und damit war es auch vorbei mit der Ruhe. Ständig musste er sein katastrophales handwerkliches Geschick an den Balken des Hauses erproben um die Ruine entgegen seines Vorhabens noch weiter in Richtung Bruchbude zu lenken.
Der Winter war so hart geworden wie das Finanzpolster schwach. Doch Sparks nächtliche Streifzüge durch die Häuser anderer fanden bei Lightbringer der eben nicht nur Tags seine Ruhe wollte um zu schlafen fanden bei diesem in keinster Weise Duldung. Kühl war das Klima geworden zwischen den beiden. Zwar ging Spark Lighti regelmäßig bewusst aus dem Weg um dessen Winterschlaf nicht zu stören, dennoch gerieten sie oft genug aneinander. Als dann der Halbelf auch noch auf die Idee kam er könne in seinen eigenen vier Wänden auf seiner Laute herum spielen war wohl der Bogen überspannt.
Es vergingen Tag und Nach, eine Woche vielleicht. Doch dann kam der Tag. Es war wieder eine der diebischen Nächte und der junge Halbelf guter Dinge mit nicht zu wenig Beute gerade dabei sein Haus zu betreten als er schon angesichts einiger Spuren im Schnee zu stutzen begann.
Sonderbare Spuren, Spuren die er noch nie gesehen hatte, wohl aber wusste wem er sie zuordnen musste. Das Haus stand leer. Nicht dass Lightbringer je auffällig gewesen wäre wenn er zusammengerollt auf seinem Nest in einer Ecke lag und bis auf ein stetes Züngeln nichts verlauten lies, doch selbst dies sollte von dem heutigen Tage an fehlen.
Nach vielen Jahren war die zweite und nur kurz anwährende Freundschaft im Leben des Halbelfen auf ewig zunichte. Lightbringer sollte nie wieder von sich hören lassen oder Spark Lebenszeichen von diesem finden. Vermutlich war der Echserich im Schnee erfroren, gestorben wie viele in einem Winter der Thalheim gegen Ende hin fast vollständig zum Neuaufbau zwang.
Die Leute bauten ihre Häuser wieder auf während der Schnee der Wende allmählich schmolz. Und parallel zu dieser Wärme drohte das Herz des nun wieder einsamen Elfen wieder zu gefrieren um nur noch dem Egoismus hörig zu sein,
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Spark: so gesehen wär das fast eine winwin-situation
Nergal: bah
Nergal: mit dir diskutieren ist doof

Geändert von Spark Amandil (13.08.2006 um 22:05 Uhr).
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Alt 13.08.2006, 05:04   #10 (Permalink)
verhextes Forenmäuschen
 
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Traurige Fortsetzung, Engelchen....schön, aber traurig.

*beim nächsten mal was aufbauendes möchte und nochmal zum korrekturlesen schick*
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