Wie lange war sie nun schon unterwegs gewesen? Als sie auszog war sie fast noch ein Kind und nun reifte sie immer mehr zur Frau heran. Schon einige haben sich nach der schönen Fremden die Finger geleckt und unter größtem Bedauern ihre Geschichten über den eifersüchtigen Gatten angenommen.
“Komm mir bloß nicht zu nahe! Er wird dir den Kiefer einschlagen, wenn er auch nur davon hört, dass du mich angesprochen hast! Was glaubst du, tut er, wenn er erfährt, dass du mich für eine Hübschlerin hältst und mich zwischen den Schenkeln besuchen willst?” Verschreckt hatte der Junge aufgeblickt und sich umgesehen. Wenn sie die Wahrheit sprach, dann sollte er zusehen, dass er Land gewinnt und genau das tat er dann auch. Den Gaul hastig angetrieben, hatte er ihn den staubigen Weg entlang gejagt.
Erst als der Liebestolle von der Staubwolke verschluckt wurde, konnte sie sich das Lachen nicht mehr verkneifen. Wie leicht es doch war, einem Mann Feuer unter dem Hinterteil zu machen. Kaum erwähnte sie ihren angeblichen Gatten, nahmen sie Reißaus vor ihr, als hätte sie fürchterliche Pestbeulen.
Die Mittagssonne brannte ihr auf den Schultern und die Hoffnung nach einem dünnen Bier oder Wein stieg mit jedem Schritt. Allein der Gedanke an den Wein, den es früher auf dem Hof der Eltern gab trieb sie an schneller zu laufen und sich die trockenen Lippen zu lecken. Sie konnte ihn fast schmecken, so sehr sehnte sie sich danach. Egal, wohin es sie verschlagen hatte, nirgendwo schmeckte ihr der Wein wirklich.
Erst als die Sonne sich hinter dem, schon am Morgen entdeckten, Gebirge zu verstecken versuchte, konnte sie die Stadt am Fuße der Felsen erkennen. Beflügelt vom Gedanken endlich wieder eine Nacht in einem frischen Strohbett zu verbringen erreichte sie die ersten Viehweiden noch in der Dämmerung. Es erinnerte irgendwie an ihre Heimat. Die Wiesen waren fast genauso grün und überall stand Vieh herum. Kinder wurden von ihrem Müttern zurück in die Stube gepfiffen und knarzend klapperte ein eisenbeschlagener Wagen durch die Straße. Die Hälfte der Fensterläden war bereits geschlossen, als die Fremde durch die Straßen ging, und gerade schlug der Nächste zu. Die Suche nach einer Taverne zeigte sich doch schwieriger als angenommen wurde, denn erst in einer der kleinsten Gassen fand sie eine Wirtsstube.
Ein uriger Ort, an dem die Bänke nur grob behauene Stämme waren, über welche helle Felle gelegt wurden. Natürlich zog die Fremde aus dem Süden die Blicke auf sich, ihre Haut war etwas dunkler als die der Einheimischen und wies einen leichten Stich ins Olivfarbene zu. Ebenso ihre Sprache war anders, wurde sie doch von einem schweren Akzent durchzogen. Zur Feier des Tages gönnte sie sich erst einmal ein deftiges Essen. Ein gut durchwachsenes Stück Braten mit Kraut und frischem Brot schmeckte doch gleich dreimal so gut, wenn man wusste, dass man in einer warmen Kammer nächtigen konnte. Die runde Wirtin hatte ihr den Weg zu einer Gaststube beschrieben und ihr eine gute Reise gewünscht, diese sollte allerdings erst in ein paar Tagen weiter geführt werden.
Den jungen Morgen hatte sie mit einem ausgiebigem Bad im Fluss begonnen und sich bei einem Viehhirten ein paar Münzen verdient, indem sie ihm Arbeiten abnahm, die er mit
seinem krumm gearbeitetem Rücken und dem Stock nicht mehr zu bewältigen vermochte. Die Strohschütten wuchtete sie vom Heuboden in den Stall und bereitete dem Vieh eine ordentliche Schlafstätte. Zu zweit ging ebenso das tägliche Melken leichter, und vor allem schneller von der Hand. “So ein tüchtiges Ding verirrt sich selten zu einem Alten wie mir.
Und du bist sicher, dass du Morgen weiter ziehen willst?” Ein Nicken hatte seine Worte bestätigt und trieb ihn dazu an, die Fremde für ihre Arbeit zu entlohnen. Von dem Geld wollte sie sich am nächsten Morgen Proviant für die weitere Reise besorgen, doch nun hieß es allerdings erst einmal eine Hand voll Schlaf zu bekommen.
Nur wenige Schritte vor der Gaststube stoppte sie ihre Schritte. War da nicht ein Geräusch? Sicher nur eine Katze, die einer Maus nachjagte, redete sich die Fremde ein und gähnte herzhaft. Sie wollte sich gerade die Hand vor den Mund ziehen, als sich raue Finger über ihre Lippen und die Nase pressten. “Halt bloß den Mund!” blaffte sie eine grobe Männerstimme an und drückte ihren Kopf gegen seine Schulter. Hastig blickte er sich um. Gut, gesehen hatte ihn niemand! “Wenn du artig bist, tu’ ich dir auch nichts, versprochen!” knurrte ihr der Grobian ein weiteres Mal in das Ohr. Verzweifelt versuchte sie sich zu wehren, riss an seinen Händen und presste erstickte Schreie durch seine Finger. Doch alle Mühe war umsonst, da sie sich niemals gegen ihn hätte wehren können. Somit war sie ihm hilflos ausgeliefert. Um nicht aufzufallen zerrte er das sich windende Weibsbild hinter eine Scheune und drücke sie mit dem Rücken gegen einen der Balken. Die Hand noch immer auf ihr Gesicht gedrückt, konnte er die von Angst geweiteten Augen selbst in der Dämmerung noch aufgebracht, in einem ihm fremden, grün funkeln sehen. “Benimmst du dich, wenn ich dich los lasse?” Hastig nickte die aufgebrachte Frau und der Halunke hielt sein Versprechen.
“Elender Bastard!” Hatte sie den Kerl angekeift, der seine Hände zu beiden Seiten neben sie an den Balken stützte, damit sie sich nicht ohne weiteres aus dem Staub machen konnte. Wilder Zorn loderte in der Frau auf und sie spie ihm ins Gesicht “Schmor in der Hölle! Hil...” Setzte sie einen verzweifelten Schrei an, doch weiter kam die Fremde nicht, denn da hatte der gut einen Kopf größere Kerl ihr die Faust gegen die Schläfe gedonnert und alles verlor sich in der Dunkelheit.
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Der Arsch gehört der Nymphe und Nymphen gehören gebürstet!
Meliz: Verschwinde! Verschwinde!
Spark: Keren ist Wayb des Jahres
Ich hatte einen Hamster zwischen den Beinen
und die Nymphe hat mir ins Gesicht gespritzt!
„Aufstehen, mi corazón!” Diese Worte waren es, die das kleine Mädchen mit strahlend grünen Augen aus dem Schlaf lockten. Müde rieb sie sich die Augen und blickte ihrer Mutter ins Gesicht, welches ein liebevolles Lächeln zeigte. „Pedro bringt Heute den Wein und wolltest ihm und den anderen beim Stampfen helfen.” Erinnerte sie ihre Tochter daran, wie sie eigentlich mit dem sieben Jahre älterem Winzersohn bereits zur Weinernte wollte und nur unter großem Protest dem Befehl des Vaters, doch lieber zu warten bis Pedro zurück kehrte, befolgte. Die Weinberge, des tief im Süden liegenden Dorfes, waren kein Ort für ein Mädchen in ihrem Alter. Dort wartete harte Arbeit, an der ein Kind schnell die Lust verlor und zu einem lästigen Quälgeist für die Pflücker wurde.
Bereitwillig ließ sich das Mädchen von der Mutter die dunkeln Haare zu einem dicken Zopf binden und die Stirn küssen. „Unten steht eine Schale Brei für dich. Beeil dich, sie warten sicher schon auf dich.” Kaum hatte die Mutter diese Worte gesprochen, sauste das Mädchen mit großen Schritten die Stufen in die Küche hinab. Der kleine Raum bot kaum Platz für überflüssige Möbel, nur ein Tisch mit zwei bunt bemalten Bänken und die Kochstelle hatten darin Platz. Lediglich die leer geputzte Schüssel hinterließ der kleine Wirbelwind, der den Weg bereits zum Winzerhof entlang rannte.
Den Winzersohn konnte sie noch nicht entdecken, nur die tratschenden Frauen und Knechte, die alles vorbereiteten. So vertrieb sie sich die Zeit damit, einen kleinen Strauß aus gelben und weißen Blumen zu pflücken. Das Schnaufen der Stute war Anlass genug, um die Blumen fallen zu lassen und um die Ecke zu flitzen. „Da bist du ja endlich!” Plapperte sie dem fast erwachsenem zu und krabbelte zu ihn auf den Bock, der seine besten Tage schon längst hinter sich hatte. „Als wenn ich meine Kleine Princesa den ganzen Tag lang warten lassen würde. Ich hoffe, du hast gut gefrühstückt!” Er drückte das Mädchen an sich und lenkte die Stute auf den Hof, vorbei an den fallen gelassenen Blumen. Vergnügt nahm das Mädchen die angebotenen Zügel in die Hand. Ihr Können im Wagenlenken war kaum erwähnenswertes, doch zum Glück kannte die alte Stute den Weg im Schlaf. Solange die Knechte den Wein in die großen Bottiche umluden erzählte Pedro seiner kleinen Verehrerin von der harten, langwierigen Arbeit an den Hängen. “So lange? Zum Glück habe ich auf Papá gehört und bin hier geblieben!” sagte sie mit großen Augen und beobachtete die Knechte. „Na komm, die anderen fangen gleich an.” entlockte Pedro dem Mädchen ein fröhliches Lachen und hob sie auf seine Schultern. Quietschend klammerte sie sich an ihren, zum Pferd erkorenen, Pedro und gab ihm tüchtig die Sporen. Gemeinsam wetzten sie über den Hof des Winzers, beide hatten große Freude an diesem Spiel, weshalb der Winzersohn sich ein tiefes Wiehern entlocken ließ. Kaum hatte er sie auf dem Boden abgesetzt, wickelte sie sich, so wie es ihr die Mutter gezeigt hatte, den Rock um die Beine. Beim öffnen der Stiefelchen half ihr Pedro und hob die Kleine in einen der Bottiche, in dem sie sofort bis zu den Waden in Weinreben versank. Gut gelaunt stampfte sie darauf los und stimmte, gemeinsam mit den anderen, ein lustiges Liedchen an, zu dem sie und Pedro im Wein tanzten. Ihr Kichern erhellte sämtliche Mienen der tüchtigen Arbeiter, sie liebte dieses Gefühl, der platzenden Reben zwischen ihren Zehen.
So viel Spaß wie das Mädchen auch hatte, war das Weinstampfen wohl doch zu viel Anstrenung für ein Kind, so brachte sie der Winzersohn schon am Nachmittag zurück zu den Eltern. Ihr Kopf lag auf seiner Schulter, ebenso wie sie die Arme um seinen Hals geschlungen hatte. Wenn sie alt genug wäre, dann würde sie Pedro zum Mann nehmen, da war sie sich
ganz sicher. Der Weg zum Elternhaus der Kleinen war nicht der kürzeste, den man im Dorf zurück legen konnte, zu lang für ein erschöpftes Kind, dass schon nach wenigen Schritten im wohligen Geruch des Winzersohnes auf dessem Arm eingeschlafen war.
„No...” Brachte die Mutter, die gerade über Näharbeiten in der Sonne saß, entzückt über das ihr gebotene Bild hervor. „Ich bringe sie nach oben.” Erklärte er der Mutter des Mädchens und danke ihr, als diese ihm die Türen bis hinauf in die Kammer öffnete. “Sie wird sich ärgern, dass sie das halbe Fest verpasst hat...” Pedro tat es für seine Prinzessin leid, die sich das ganze Jahr über auf das Weinfest gefreut hatte. “Morgen ist auch noch ein Tag, sie kann die ganze Woche mit dir feiern.” Besänftige sie den Jungen mit einem Lächeln und ging zurück an ihre Arbeit. “Morgen hole ich dich ab, Liebes. Und dann bin ich nur für dich da.” Flüsterte er der Kleinen liebevoll ins Ohr. Ihr kleines Herz hätte sicher einen großen Sprung gemacht, wenn sie gewusst hätte, dass Pedro es war, der sie in ihr Bettchen legte und die Wange küsste. Für ein paar Minuten stand ihr Liebling noch in der Tür und beobachtete das friedlich schlafende Mädchen. Sie war ihm wie eine Schwester ans Herz gewachsen. Ein schiefes Grinsen legte sich auf seine Züge, als sich die vom Wein rot gefärbten Füße unter der Decke hervorschoben. „Schlaf gut, mía princesa!”
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Gefällt mir.
Besonders der erste Teil macht neugierig auf weiteres...schön geschrieben.
Lediglich die Kommaregeln würde ich nochmal verinnelichen, bevor du's an den Verlag schickst
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Lucielle: du bist ein garstiger Wicht, der in den Brunnen gehört!
Remus: du bist wie llynha :P
Eigentlich nichts zu bemäkeln. Irgendwie kommt mir die Art und Weise wie du erzählst zwar teilweise ein bisschen.. gehetzt? (passiert eben alles recht ruckartig, wenn man das so sagen kann).. vor, speziell im ersten Teil.
Den zweiten allerdings fand ich ausgesprochen nett - viele Farben, Bilder dazu im Kopf gehabt (: