Dieses Mal hält er ein nicht zerknittertes Stück Altpapier in den Händen und er hat es auch nicht aus dem Müll gefischt. Der Bannmagier ist zum ersten Mal im gekauften Besitz einer Zeitung und gönnt sich mit ihr auch jede Zeit der Welt. Während er auf einer Bank auf dem Dorfplatz sitzt und die Zeitung genießt, ab und an mal weiterblättert oder sich in den Artikeln vertieft, kann man immer mal wieder gemurmelte Sätze hören, als würde er diese Informationen an Zweite oder gar Dritte weitergeben.
Das Sommerloch interessiert ihn, weniger Violet, auch wenn sie ihm bislang immer ganz ... sympathisch vorkam. Eine seltsame Macht hat dieses sagenhafte Ding!", brummelt er auch sofort in seinen nicht vorhandenen Bart, besieht sich den Sommerlochartikel nochmal und muss dann kurz auflachen. Der Herzog mit einem Troll betrogen? Armer Teufel. Ab heute würde er an seiner Attraktivität zweifeln müssen. Hoffentlich erfährt er von der augenscheinlichen Liebschaft nicht erst durch die Zeiung!
Das Interview wollte er erst überspringen, bleibt dann aber doch beim Augenschweifen in der Mitte hängen, zögert kurz und fängt dann vorne an, liest mit nicht zu übersehender Freude. Was ein verrückter Professor! Auch wenn Tartarus mit diesem wissenschaftlichen Geschwafel weniger anfangen kann, faszinierend ist es genau wie dieser Zeitgenosse, der mit seiner Verwirrtheit nicht selten ein Grinsen entlocken kann.
Der Erlkönig indes erzeugt nur ein schiefes Grinsen mit Stirnrunzeln. Vielleicht sollte man das Gedicht ein bisschen überarbeiten und etwas mehr Dramatik hineinlegen, ein fesselndes Ende! - Nichts, womit er sich auskennen würde, natürlich. Auch der Artikel zu den Bettlerkindern und der Sache mit den eigenen Kleinkindern weckt bei ihm ein ernsteres Nicken. Er kann von sich ja ruhigen Gewissens behaupten, noch keinen Bettler verschmäht zu haben. Trotzdem gibt es noch so viele, denen geholfen werden kann! Glücklicherweise hat er ja momentan noch genug Geld.
"Jugger!" allerdings lässt das Grinsen zurückkehren. Ein hübsches Spiel. Nur würde er sicherlich Zuschauer bleiben. Nichts für ihn, die ganze Zeit durch die Gegend zu rennen. "Interessant klingt es ja aber doch sehr. - Oh!" "Oh" ist wohl das richtige Wort. Der Artikel der Metze wird gelesen und mit einem zum Schnauben verzerrten Lachen gelobt. Dass sich so etwas in Zeitungen anbietet - Da war ja jemand fast schon stolz auf seine Berufung! Mal sehen, ob sie mehr Erfolg hat, wenn Violet doch schon keine Kundschaft hat... oder hängt das beides vielleicht sogar zusammen? Das Grinsen bleibt während des Artikels, verwandelt sich beim Mann von Seite 3 in lautes Gelächter. "Oooh und wie fein er sich gemacht hat!"Das findet er wohl besonders lustig. Sogar so sehr, dass er die Dienste und das Rezept überspringt. Gut, kochen kann er ja doch nicht.
Ein wenig Zeit verbringt er noch mit dem "Klatschblatt" wie der Professor es nannte, die Blaue, nein, Rote, nein, Grüne - endlich! -, dann wird er sie wohl weglegen und etwas anderes machen müssen. Essen vielleicht. Ja, essen klingt gut!
...anderswo sitzt ein Narr auf dem dreckigen Gossenboden und faltet mit ausgerissenen und schon reichlich zerknitterten Zeitungszeiten kleine Schiffchen und Schwäne, die ziemlich bald als Deko auf Fensterbrettern und Kistenstapeln landen.
__________________
"But still we give ourselves to this - We can't spend our lives waiting to live."
Die Wildkatze. - Der Narzisst. - Der Traumtänzer.
...und außerdem eine Voodoohexe 
|