Jacepdaei, Verdaege 16, im Jahre 1749
Das Chaos hat ein Ende
Eine kleine Gruppe freiwilliger Abenteurer machte sich also auf, um die Katakomben unter der Kirche in Glukmoore zu erkunden und das Geheimnis des Elementwechsels aufzudecken. Die Grüne hat aus den Berichten der mutigen Helden eine Zusammenfassung erstellt, die den geneigten Lesern einen Überblick über die Gefahren bieten soll, welchen sie sich zum Wohle der Sumpfbewohner gestellt hatten.
Sieben Recken stiegen schließlich in die Tiefe hinab: Priestess Saidra, Paladin Xenon, Elementar Alandil, der Priester Kami, Fran Mondbeißer, Bortan Kronar und Shagrath.
Zielstrebig begab sich die Gruppe unter die Kirche, wo ein alter Gang auf sie wartete. Dank der Magiebegabten, die für genügend Licht sorgten, ging es zügig vorwärts, bis die Gruppe auf einen Kokon traf, der Leben enthielt. Die Recken untersuchten das Hindernis, aus dem daraufhin hunderte kleine Spinnen schlüpften und über die Abenteurer herfielen. Zwei der Streiter wurden trotzdem gebissen, konnten jedoch zunächst ohne weitere Hinderung ihre Aufgabe fortsetzen.
Das nächste Problem kam in Form einer Gabelung, an der sich der Weg teilte. Nach kurzer Beratung entschied sich die Gruppe dafür, sich ebenfalls aufzuteilen.
Während die eine Hälfte in eine Sackgasse lief, wo sich eine riesige Spinne – offensichtlich die Mutter der Jungen von zuvor - eingenistet hatte, folgten die anderen dem richtigen Weg. Nachdem die Fehlgegangenen wieder dazugestoßen waren, wurde der Weg der Spinne kurzerhand durch brennendes Wasser blockiert.
Gemeinsam schlängelte sich die Gruppe weiter durch herabhängenden Felsnadeln, welche sie jederzeit erschlagen konnten. War der Weg hinter den seltsamen Steingebilden endlich frei, erspähte der Trupp eine Tür. Ein Raum tat sich auf, der abgesehen von einer verschlossenen Truhe jedoch leer war. Noch immer die riesige Spinne im Rücken, welche langsam aber stetig die Feuerwand durchbrach und zu der Gruppe aufschloss, wurde Fran beauftragt, das Schloss zügig zu knacken. So entdeckte sie die dort angebrachte Falle nicht rechtzeitig und wurde überrascht, als eine vergiftete Nadel aus dem Schloss sprang und ihr einen tiefen Kratzer verpasste. Schlimmer war aber die Wirkung des Giftes: Die Kriegerin meinte ein mannsgroßes, weißes Kaninchen zu sehen, das auf sie einredete. Fran enthüllte, nachdem das Gift endlich nachließ, dass sie sah wie der Mümmelmann durch ein Loch schlüpfte, das der Gruppe ansonsten wohl verborgen geblieben wäre. Eile war geboten, denn die Spinne hatte sich fast bis zu der Gruppe hindurch gekämpft.
Nach dem Abstieg wurden die Helden schon wieder aufgehalten, als sie in ein Gebiet kamen, welches jede Magie zunichte machte und somit einen Großteil des Lichts löschte. Doch als wäre das nicht genug, um jeden an den Rand der Verzweiflung zu treiben, wurde der Gang von einer Wand aus grünlichem Glibber blockiert, der ein Weiterkommen effektiv verhinderte. Mit vereinten Kräften hackten, schlugen und schnitten sich die Recken einen Weg durch die Blockade und überwanden das schwabbelige Hindernis schlussendlich.
Kaum auf der anderen Seite angelangt, griff eine Horde wandelnder Toter aus dem Hinterhalt an und bedrängten die Abenteurer. Mit vereinten Kräften schufen die Priester einen magischen Schutzschild und in einer Welle reinigender Energie wurde die gesamte Horde untoter Wesen ausgelöscht.
Bald endete der Weg in einer Sackgasse vor einem in den Gang eingelassenem Spiegel, welcher jedoch kein Bild zurück warf. Ein kleines Mädchen erschien in diesem und berichtete, dass sie in der Spiegelwelt gefangen sei. Ihrer Bitte den Spiegel zu zerschlagen kam die Gruppe, misstrauisch geworden, nicht nach und überredete die Kleine stattdessen, das durch den Spiegel gebildete Tor zu öffnen. Das Kind willigte ein, unter der Bedingung dass die Gruppe ein Rätsel löse, welches sie stellte. Würde dies misslingen, müsste ein Gruppenmitglied zu ihr in den Spiegel gehen. Das Mädchen musste sich jedoch geschlagen geben, da des Rätsels Lösung schnell gefunden wurde.
Dahinter betrat die Gruppe eine große Halle, in der sich zur allgemeinen Verblüffung zwei Elementare lautstark und gestenreich stritten. Feuer und Wasser verkörperten die beiden seltsamen Gestalten, hatten jedoch fälschlicherweise die Merkmale des jeweils anderen. Sobald es gelungen war, die beiden zumindest halbwegs zu beruhigen, berichteten sie, dass sie im Spiel ihre Kräfte getauscht hatten, um einmal zu sehen, wie das denn wohl so sei. Dummerweise, so sagten sie, wären sie nun nicht mehr in der Lage, diesen Tausch rückgängig zu machen. Somit sah sich die Gruppe der Quelle des Übels endlich gegenüber und durfte feststellen, dass es sich keinesfalls um die schändlichen Taten eines übelmeinenden Magiers handelte, sondern um die Unbedachtheit dieser Wesen.
Durch die Überredungskunst Saidras und Alandils konnten die Beiden überzeugt werden, sich anzusehen was sie auf der Oberfläche angerichtet hatten. So transportierten die beiden Elementare die Gruppe mittels ihrer ganz eigenen Magie hinaus aus den Gängen zurück nach Glukmoore. Einzig der schweigende Assassine lehnte ab und entschied sich dafür, allein durch die Gänge zu schreiten und den Weg zurück zu Fuß hinter sich zu bringen. Wahrscheinlich vom Wahnsinn gepackt stellte sich der Meuchler also allein erneut den Gefahren der Tiefe.
An der Oberfläche besahen sich die Elementare, was ihr als harmloses Spiel gedachter Tausch angerichtet hatte und mussten entsetzt feststellen, dass sie das Leben der Sumpfbewohner zu einem bizarren Albtraum gemacht hatten. Noch immer nicht in der Lage dazu, sich selbst zu „heilen“, baten sie die anwesenden Expeditionsmitglieder um Hilfe. Insbesondere die Magier und Priester stellten einige Überlegungen an, bis ein Lösungsweg gefunden wurde: Jedem der Wesen wurde einer zur Seite gestellt, der sich mit dem verdrehten Element gut auskannte. So unterstützte Alandil das Feuerelementar, während die Drachin Gyrwent dem Wasserelementar beistand. Die Helfer suchten nun in den Wesen das, was nicht dort sein sollte – und sorgten dafür, dass es zum richtigen Elementar zurückfloss. Die ausführliche magische Theorie, die diesem Rücktausch zu Grunde lag, möchten wir unseren Lesern hier lieber ersparen.
Festzuhalten ist, dass das Feuerelementar am Ende des Prozesses wieder feurig und das Wasserelementar wässrig war, sehr zur deren und der Trolle Freude.
Abschließend möchten wir ein paar der Helden persönlich zu zitieren, um unseren Lesern, die bis hier her gefolgt sind, deren Motivation näher zu bringen.
So berichtet Saidra: "Warum Gyrwent und ich uns dafür entschieden den Trollen zu helfen? Wer uns kennt weiß vermutlich, dass wir sehr gerne helfen und wo immer jene Hilfe gebraucht werden mag. Dass man mich zur Leiterin des Ganzen wählte überraschte mich, gleichwohl ich mich dafür gemeldet hatte, und es war nicht leicht, aber ich denke doch, dass es Alles in Allem gut verlief. Schon beim ersten Treffen erzielten wir Erfolge, die uns schließlich bis in die Katakomben führten. Wobei ich merkte, dass mir unterirdische Gänge nicht liegen, es war nicht wirklich eine angenehme Sache. Das für mich Traurigste war wohl das größtenteils unnötige Verwunden der großen Spinne dort. Ich lies es mir nicht nehmen ihre Qual am Ende durch einen Heilzauber zu lindern, auch wenn es gewiss nicht bei jedem auf Freude oder Verständnis stieß. Heilen war etwas, das Kami und ich im Grunde fast die ganze Zeit über zu tun hatten. Sei es der Spinne(n) wegen, vergifteter Fallen, oder weil uns im wahrsten Sinne des Wortes die Decke über den Köpfen weg brach. Ich bin wirklich froh, dass wir dies alles soweit heil überstanden haben und schließlich auch fanden, was wir zu finden hofften: Den Grund für all das, was an der Oberfläche vor sich ging. Trotz der Gefahren würden Gyrwent und ich Selbiges wieder tun, ob für die Trolle oder andere Geschöpfe. An dieser Stelle danke ich auch allen die mithalfen. Nur gemeinsam ist es uns gelungen die Trollstadt wieder normal werden zu lassen, sowie die Elementare zu heilen."
Alandil ließ uns wissen: „Mein Interesse an dieser Expedition war, nebst des selbstverständlichen Wunsches dem Sumpf und seinen Bewohnern zu helfen, hauptsächlich akademischer Natur. Obgleich eine Gruppe von maximal drei Personen effektiver gewesen wäre, ließ sich die Exkursion ohne größere Zwischenfälle und Verluste erfolgreich beenden. Historische Dokumente und Wertsachen konnten aus den Höhlen unter der Trollstadt geborgen werden, die den Archiven Tahlheims hinzugefügt wurden, bzw. für den Wiederaufbau Glukmoores verwendet werden. Erwartungsgemäß stellte sich der Grund der Geschehnisse in der Trollstadt als überaus interessant heraus.
Keinesfalls aus böser Absicht, denn vielmehr durch eine Art Unfall zweier Inkarnationen des Feuers und des Wassers, kam es zur Wechslung der Elemente. Die Versuche derselbigen, die Wandlung des Wassers und des Feuers rückgängig zu machen, konnten durch meine und Lyhárihagévs (Anmerkung der Redaktion: gemeint ist die Drachin Gyrwent) Hilfe vollendet werden, was wiederum die Regeneration des Sumpfes ermöglichte.“
Fran Mondbeißer sah die Ereignisse so: „Haben dann irgendwann so einen Raum gefunden, wo eine schöne Kiste drin war, die sollte ich aufmachen, es wollt ja anscheinend sonst keiner, also hab ich’s mal versucht. Kommt da nicht so ein vermaledeiter Dorn raus, und sticht mich ganz schön? Wie’s dann weitergegangen ist, und was drin war, müsst ihr wen anderen fragen. Wieso? Ich weiß es eben nicht mehr. Na gut, da war was in dem Stachel, und ich war vorübergehend mit einem mannsgroßen Karnickel beschäftigt, das ständig was von keine Zeit gefaselt hat – hat mir aber das Loch gezeigt, wo wir dann runter sind. Ganz schön knapp, wegen der Spinne. (...) Und dann kam das komischste, was ich je gesehen habe. Zwei riesige Elementare, vertauscht, die sich gegenseitig angebrüllt haben wie kleine Kinder. Jedenfalls haben sie uns nach ein bisschen Gerede bis zurück nach Glukmoore gebracht, und schließlich haben sie gemeinsam mit den Magiern begonnen, die ganze Sache wieder rückgängig zu machen. Zwischendurch hab ich mich mit Booger über Sumpftourismus unterhalten, und aufgepasst, und dann war schon alles vorbei.“